Wie Kinder durch ständige Wiederholungen mit ihrer Umwelt vertraut werden – und warum ihnen das so viel Spaß macht
Babys lieben Wiederholungen – und das ist kein Zufall. Denn sie helfen dem Baby beim Lernen, verschaffen ihm Erfolgserlebnisse und Sicherheit.
Kinder lernen am leichtesten, wenn sie etwas häufig wiederholen. So ist unser neuronales System geschaltet: Womit man ein paar Mal konfrontiert wird, brennt sich nun mal leichter in die grauen Zellen ein.
Das ist bei uns Erwachsenen nicht anders. Denken Sie nur an die Fahrschule: In der ersten Stunde haben unsere Knie beim Treten der Pedale gezittert. Es hat unsere ganze Konzentration erfordert, die Kupplung kommen zu lassen, und nicht nur einmal haben wir den Wagen mitten im Stadtverkehr mit Schweißperlen auf der Stirn abgewürgt. Heute können wir gleichzeitig – und ohne Anstrengung – die Kupplung kommen lassen, Gas geben, schalten, auf den Verkehr achten und mit dem Beifahrer sprechen. Die einzelnen Handlungen sind uns durch ständiges Wiederholen in Fleisch und Blut übergegangen.
Das Grundprinzip des Lernens ist bei Klein und Groß dasselbe. Doch während das Gehirn eines Erwachsenen schon vielfältig geprägt ist, fängt ein Baby fast bei null an. Ihm begegnet jeden Tag ein ganzes Universum. Jeder Gegenstand, jedes Wort, jede Bewegung sind erst einmal neu und einzigartig. Diese zahllosen, verwirrenden Sinneseindrücke müssen zunächst sortiert werden. Motivieren muss man ein Baby dazu nicht: Sie sind geborene Lerner. Sie üben so lange, bis sie etwas können oder verstanden haben – ohne Angst vorm Scheitern und äußerst hartnäckig.

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